Jahresrückblick 2018
Als ich im Mai die Webseiten von fünf Podcasts und die vom Kindergarten DSGVO-konform aufbürstete, zig Domainumzüge inklusive, hatte ich keine Muße, mich auch um die hinterlektuelle Seite zu kümmern. Alleine, was Webbkoll durch das Hosting auf wordpress.com ausspuckt, von Kommentaren und Gravataren ganz abgesehen. Zack: Seite archiviert, Stecker gezogen. Martin fragte damals: »Und wo finde ich dann deinen Jahresrückblick?« Nicht nur deshalb eine berechtigte Frage, und theoretisch geplant hatte ich die neue WordPress-Installation hier natürlich schon längst. Dass ich trotzdem erst am 29. Dezember auf den Software-Installations-Button klickte ...
Zugenommen oder abgenommen? 1,7 Kilo zugenommen. Oder eher: Mein Übergewicht gehalten.
Haare länger oder kürzer? Vor allem: Seit diesem Jahr immer in der Mittagspause zum Frisör. Zu Hülja und ihrem Sohn. (Auch wenn wir uns noch nicht duzen.) Die es sich nicht nehmen lässt, mir ab und zu einen Toni-Kroos-Swoosh ins Haar zu modellieren.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Rechtes Auge zu, linkes Auge zu: Ganz okay. Der Sehtest im Büro attestierte mir auch 100 Prozent.
Mehr ausgegeben oder weniger? Der absichtlich zu meinen Ungunsten gerechnete Jahresplaner weist ein Minus von 345,19 Euro aus.
Mehr bewegt oder weniger? Mehr. Von Anfang Mai bis Ende Oktober war ich praktisch täglich für 10 Platzrunden auf dem Laufband oder mein eigenes Gym. (Am 27. Dezember ging es wieder damit los.)
Die teuerste Anschaffung? Die neue Ledertasche von aunts & uncles.
Das leckerste Essen? Onigirazu als Meal-Prep-Mittagessen. Gnocchi mit Basilikum-Pesto und Salsiccia im Caffé Verbano. Der Gewinnerdöner des großen Meckenheimer Dönertests. Porridge von Three Bears. Der Döppekooche im Elefant. Die ersten Fritten aus der Heißluftfritteuse.
Das beeindruckendste Buch? »Odysseus aus Bagdad« von Eric-Emmanuel Schmitt. Absolute Leseempfehlung.
Der berührendste Film? »Wonder«: Rotz und Wasser, mitten in der Nacht alleine vor dem Tablet.
Das beste Lied? Textlich umgehauen hat mich »Feuer frei« von Judith Holofernes für Rea Garvey. Am häufigsten gehört habe ich (laut Spotify) allerdings »Dancing« von Kylie Minogue.
Der unterhaltsamste Podcast? Es ist so ungerecht, weil ich in diesem Jahr so viele großartige Podcasts neu entdeckt habe. Aber diesen Titel hat kein anderer Podcast als »Klassik drastisch« verdient. Alle anderen hörenswerten Episoden kuratiere ich seit diesem Jahr im Übrigen bei fyyd.
Die meiste Zeit verbracht mit? Herzlich willkommen! Diese Frage ist der diesjährige Streichkandidat im Jahresrückblick. Im kommenden Jahr wird sie deshalb schonungslos ersetzt durch die Frage: »Welche drei Erlebnisse haben dieses Jahr besonders geprägt?« (In diesem Jahr wäre die Antwort: Das Familienwochenende in Freckenhorst. Die Schiffsreise mit der AIDA. Claudias Kündigung.)
Die schönste Zeit verbracht mit? Meinen dreien.
Erfreut hat mich? Dass ich das verlorene Smartphone nach wilder Suche 20 Minuten später unversehrt auf der Straße am Bahnhof wiedergefunden habe.
Drei Dinge, auf die ich gut hätte verzichten können? Entzündungen: Die der Bindehaut, die im Unterarm nach dem Einsatz der neuen Heckenschere, die in den Lungen aller anderen Familienmitglieder.
Drei Dinge, die es im kommenden Jahr viel häufiger geben sollte? Überraschungsmomente wie der Ausflug zu den Brissago-Inseln. Durchlachte Spieleabende mit der Familie. Nextbike-Fahrten.
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte? Dass man alle Konsequenzen bedenken sollte.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Vielleicht das Nackenstützkissen. Indirekt auch die Starlight-Express-Karten.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Das Freunde-Buch. (Auch wenn ich es bislang versäumt habe, es weiter auf Reisen zu schicken.)
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt oder mir geschrieben hat? »Du bist so eine verdammte Miss Marple.« – »Student waren sie ja nicht, oder?« – »Gestern Karl Dall, heute John Travolta!« – »Ich bin echt dankbar, dass es Dich gibt. Sonst wäre ich der einzige Vollidiot.« – »Du bist der Knautz.« – »Aber solche Schuhe tragen doch Jugendliche?« – »Sag mal, wieso hast du Glitter im Gesicht? Ach nee, sind nur graue Bartstoppeln!« – »Ist die Einstellung ›Double Shot stark, intensiv+‹ von dir?
Welche wichtige Erkenntnis habe ich in diesem Jahr gewonnen? Dass es eine Leistung ist, Gesellschaft zu leisten.
Wofür bin ich in diesem Jahr besonders dankbar? L-Lysin.
Enttäuscht hat mich? Der C64 mini. Der Vorstand des FC Bayern. Ficksewäsa-Menschen. Dass Carnaroli auch nur Reis ist. Wie schwer es mir fällt, politisch aktiv zu sein.
2018 zum ersten Mal getan? Das Deutsche Museum in Bonn besucht. Eine WLAN-Körperfettwaage benutzt; sie schreibt mir manchmal E-Mails. Aus einem Escape Room entkommen. Hafer geschrotet. Auf einer Wackelplatte gestanden. Baumkronen von oben gesehen. Mongolisch gegessen. Bei McDonald's auf dem Touch-Display bestellt. Einen Fußmarsch nach Sant'Agata sopra Cannobio gemacht. Gläubiger in einem Insolvenzverfahren geworden. Einen Blutmond gesehen. In Dänemark und Norwegen gewesen. Einen Baum fällen lassen. Ein Fachbuch begutachtet. Pferde beim Pieseln beobachtet. Mich bei der DKMS registriert. Wachsgießen.
2018 nach langer Zeit wieder getan? Einen runden Geburtstag gefeiert. Ein Buffet bei Steffi bestellt. Ein Online-Voting gepusht. Dart gespielt. Ein Radrennen am Straßenrand beobachtet. Hochzeiten gefeiert. In einer Bücherei gewesen. »Spiel des Lebens« gespielt. Bei Albert Heijn eingekauft. Bälle auf einen Korb geworfen. Bei Funny van Dannen gewesen. Fußballgolf gespielt. Pützchens Markt besucht. Neue Blogtexte von Sylvia und Christian gelesen. In Hamburg gewesen. Gepuzzelt.
Und was war sonst noch? Die Verleihungsgala der Goldenen Timbeere. Das Playground Project. Die Jogginghose von Gábor Király. Das Sommerfest auf der Jugendfarm Bonn. Der Lehrerich. Science Slams. Alle Interviews mit Ulrike Guerot. Bitmojis für alle Lebenslagen. Zwei neue elektrische Rollläden. Steinstädte. Omas WM-Produkte. Das Wochendämmerung-Interview mit Nick Reimer. Apfeltaschen und Franzbrötchen. Immer noch Dominations. Die Bewerbung beim Fußball-Kulturpreis. Das Wortgefecht mit dem Bienenschützer. #FoldIt. Mastodon. Won with everything. Flohmarktverkäufe. Das WBWUMW?-Treffen. Handgelenkbandagen. Optische Mäuse. Der entspannteste Firmenlauf aller Zeiten. Treadmill Pursuit. PFB Vanish und Chromabright. Seekrankheit. Textautomation. TikTok. Babylon Berlin. Die Broke-up-before-we-toured-Tour. Der Wechsel zu einem in allen Belangen nachhaltig aufgestellten Stromanbieter. 55 Esel-und-Teddy-Folgen in einem Jahr.
Vorherrschendes Gefühl 2018? Dass da noch verdammt viel kommt.
2018 war mit einem Wort? Unstet. ▪