Jahresrückblick 2023

Es gehört doch irgendwie zu diesem Jahr, ChatGPT darum zu bitten, mir das Schreiben dieser Einleitung abzunehmen. Ich habe die Einleitungstexte und Fragebögen der letzten Jahre zur Analyse hochgeladen (»Trainingsmaterial«) und darum gebeten, die Lücke hier zu füllen. Zu analysieren, wie diese Einleitung im Verhältnis zu den beantworteten Fragen klingt, den Stil imitierend, die Textlänge und den Aufbau kopierend. Das Ergebnis war dieses:

2023, ein Jahr der Veränderung und neuen Anfänge. Es war ein Jahr, in dem die Tage manchmal endlos schienen, aber die Monate wie im Fluge vergingen. Ein Jahr voller Überraschungen, Herausforderungen und Erkenntnisse, die mich sowohl gefordert als auch bereichert haben. In diesem Jahr habe ich gelernt, dass das Leben nicht immer nach Plan verläuft, aber gerade in diesen unvorhergesehenen Wendungen liegt der wahre Zauber des Daseins. Dies ist die Geschichte eines Jahres, das mich gelehrt hat, im Chaos die Harmonie zu finden und in jeder Erfahrung einen Schatz zu sehen.

Wow. So schreibe ich also. Wie ein verlässliches Horoskop. Weiß man, wie es dank KI um die Berufe in der Astrologie bestellt ist? Aber ich muss ChatGPT auch zugute halten, dass ich in meinen Jahresrückblicken viele Dinge bewusst nicht beim Namen nenne. Kryptocontent nannte man das, als es noch keine BTC-Kurse gab.

Auf die Bitte, die Einleitung nicht so allgemein zu halten, sondern aus den Antworten des Fragebogens mehr vom Charakter des vergangenen Jahres zu destillieren, konterte ChatGPT jedenfalls wie folgt:

Das Jahr 2023 war für mich ein Kaleidoskop unerwarteter Momente und tiefer Selbsterkenntnis. Es begann mit der mutigen Entscheidung, [ein persönliches Ereignis oder eine Veränderung], eine Erfahrung, die mich herausgefordert und geprägt hat. In den Sommermonaten fand ich Freude und Inspiration in [einem besonderen Erlebnis oder Hobby], das mir zeigte, wie farbenfroh das Leben sein kann. Und im Herbst [eine weitere bedeutende Erfahrung oder Erkenntnis], eine Lektion in Geduld und Dankbarkeit. 2023 war ein Jahr der Introspektion und des Wachstums, geprägt von Momenten, die ich nicht missen möchte.

Beide Ergebnisse erleichtern mich, beruflich und privat. Das ist doch schon ein Wert an sich.

Zugenommen oder abgenommen? Plus 1,1, minus 0,1, minus 2,8, minus 0,5, plus 0,1, plus 0,8, plus 0,6, minus 0,5, minus 0,4, plus 0,4, plus 0,1, plus 1,2. Macht plus/minus null. Fühlt sich aber anders an.

Haare länger oder kürzer? Genau gleich – bis auf die kleinen Unterschiede, die der neue Langhaarschneider macht. Seine Anschaffung war überfällig.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger? Der nächste Termin bei der Augenärztin ist Mitte Februar. Auch überfällig.

Mehr bewegt oder weniger? Am 22. Februar habe ich die Apple Watch zum ersten Mal getragen, seit dem 23. Februar habe ich täglich alle drei Ringe (500 Kilokalorien, 60 Minuten, 12 Stunden) geschlossen. Was ist das nur mit mir? Damit waren von einem Tag auf den anderen die 10.000 Schritte als Tagesziel aus dem Rennen, alle Ambitionen drehen sich seitdem ausschließlich um den grünen Ring. Spaziergänge, Laufbandminuten, Seven-Duelle. Mit dem netten Nebeneffekt, dass ich in diesem Jahr die 4 Millionen Schritte geknackt habe.

Mehr ausgegeben oder weniger? Die teuerste Anschaffung? Es ist für mich nicht nachvollziehbar, dass trotz aller Unternehmungen in diesem Jahr da am Ende nur ein dreistelliges Minus in meinem Jahresplaner steht. Die teuerste Anschaffung habe ich bei mir selbst geleast.

Das leckerste Essen? Wenn es um Sauceability, Forkability und Toothsinkability geht, haben in diesem Jahr die Cascatelli die Nase vorn.

Das beeindruckendste Buch? »Qualityland« von Marc-Uwe Kling. (Meine Herren, habe ich wenig gelesen in diesem Jahr. Zumindest Bücher. Das möchte ich gerne ändern.)

Der berührendste Film? Dieses Jahr habe ich genau zwei Filmen 9 von 10 Sternen auf IMDb gegeben: »In & of Itself« und »Red, White & Royal Blue«. (Sollte ich die gängigen Plattformen mal nach dem kaufmännischen Und-Zeichen durchsuchen? Scheint ein Erfolgsgarant zu sein.) Beide Filme hatten aber nicht die Intensität, mit der mich die zweite Staffel von »The Bear« umgehauen hat. (Die Szene am Kühlregal! Und die Weihnachtsepisode!) Oder die drei Staffeln »The Morning Show«, die ich in lange vergessenem Tempo durchgebingt habe. (Reese Witherspoon: Dir gehören alle Serienpreise! Und dass Billy Crudup eines Tages der beste Bond-Bösewicht aller Zeiten wird, steht außer Frage!)

Das beste Lied? »Flowers« von Miley Cyrus. Am, Dm, G, C. Nicht zu vergessen: E⁷ und F.

Der beste Podcast? Aktuell schlummern 559 ungehörte Episoden in Overcast. Faire Bewertung unmöglich. Aber »too many tabs – der Podcast« mit Carolin Worbs und Miguel Robitzky hat es dieses Jahr aus dem Stand in die Top 10 meiner Priority Podcasts geschafft.

Die schönste Zeit verbracht mit? Meinen dreien. Immer und immer wieder.

Erfreut haben mich? Ich hatte, wir hatten erlebnistechnisch offensichtlich etwas nachzuholen in diesem Jahr. Und ich freue mich, wie viele tolle Erinnerungen wir damit geschaffen haben.

Welche drei Erlebnisse haben dieses Jahr besonders geprägt? Der Auszug, der Einzug, die Ängste.

Drei Dinge, die es im kommenden Jahr viel häufiger geben sollte? Ganz schön provokativ habe ich im letzten Jahr formuliert, dass es doch immer nur um diese drei geht: Geborgenheit, Gesundheit und Gelassenheit. Dass ich mich um Erste kaum kümmern muss, ist ein Geschenk. Wie entscheidend die Zweite ist, auch und gerade die seelische, hat dieses Jahr an vielen Stellen deutlich gezeigt. Und die Dritte ist (m)eine Lebensaufgabe. Gelassenheit. Darin steckt wohl auch, von Dingen zu lassen, es laufen zu lassen oder es auch mal gut sein zu lassen.

Träume gelebt? Wünsche erfüllt? Mit genug Abstand war es ein traumhaftes Jahr. Wunschlos glücklich bin ich trotzdem nicht, dazu müsste es vielen lieben Menschen einfach besser gehen.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe? Diese Frage müssen in diesem Jahr die Beschenkten beantworten.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat? Der Proksch-Buzzer.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt oder mir geschrieben hat? »Du bist ein bisschen mehr Rampensau als ich erst dachte – und das gefällt mir ganz gut!« | »Du böser Mann!« | »Trainierst du?« | »Dein Polnisch ist ausgezeichnet!« | »Sind Sie Ausdauersportler?« | »Moin. Du bist super!«

Welche wichtige Erkenntnis habe ich in diesem Jahr gewonnen? Irgendwas mit künstlicher Intelligenz und der Zukunft.

Wofür bin ich in diesem Jahr besonders dankbar? Mit einer solch – setzen Sie hier jedes Adjektiv ein, das positiv besetzt ist – Frau verheiratet zu sein. Beispiele: klug, umsichtig, belesen, liebevoll, zuvorkommend.

Enttäuscht hat mich? Alles, was unter den Tisch gefallen ist.

2023 zum ersten Mal getan? Topinambur gegessen, Grillen gegessen, mit einem Oldtimerbus gefahren, (fast) den nördlichsten Punkt Deutschlands bereist, mit der Uhr bezahlt, Starlight Express gesehen, Kasalla gesehen, Riebelgrieß zubereitet, eine eigene Nextcloud eingerichtet, die Drachenburg besichtigt, Konfirmation gefeiert, Legoland besucht, einen McRaclette gegessen, Tom Odell gesehen, Ricky Martin gesehen, Odonien besucht, im Troisdorfer Pool gebadet, meine Stimme synthetisiert, mehrfach Eintrittsgeld für Podcaster*innen auf Bühnen bezahlt, in Neustadt an der Weinstraße gefeiert, ein Auto verkauft, Smoke Pops gegessen, Geld für einen Newsletter bezahlt, den Kahlen Asten bestiegen, bei Fantasy Football getippt, in einem Chalet geschlafen, den Darts-Weltmeister beim Walk-on abgeklatscht, eine Überwachungskamera in Betrieb genommen, Online-Skat gespielt.

2023 nach langer Zeit wieder getan? Sylt bereist, Menschen das erste Mal nach langer Corona-Pause wiedergesehen, Depeche Mode gesehen, Schloss Neuschwanstein besichtigt, eine Abschlussfeier besucht, den Drachenfels bestiegen, in Hannover geschlafen, Arancini gegessen, Locarno besucht, ein neues Tagesgeldkonto eröffnet, Blockbuster in Kinos gesehen, ein Implantat (neu) verschraubt bekommen, Pützchens Markt besucht, einen zweiten Geburtstag gefeiert, einen Social-Media-Account gelöscht, einen Asterix-Band gelesen, neue Social-Media-Accounts angelegt, das Büro gewechselt, demonstriert, beim Notar gesessen.

Und was war sonst noch? Das »best leg ever«, Iglubau im Januar, der Remarkable, die Ehrennadel, die Eiskarte, Indoor-Grillen mit Stockbrot, die Fahrradprüfung, Bronzemedaillen beim Geburtstag, die kleine Kirmes, der Trampolinpark, die Vermieterin im Allgäu, Sommer-Bundles, die Schlusskonferenz im Radio, der Easy Sushi Maker, die Coppa LiBARtadores, Alltagsgeschirr aus Intra, »Hallo Leuts!«, die Verabschiedung des Au-pairs, die Danke-Party, die WC-Sitzlampe, mit ampido geparkt, der Nasenunfall, Abrechnungen mit Tricount, der Porträtmaler in Middelburg, Reiswaffel-Tiramisu, die Party ohne Grund, jröne Papajeie im Garten, vier gefangene Mäuse, das Krimi-Dinner, Podcast-Duelle, die »erfolgreiche Reparatur« der Spülmaschine, 700 Episoden, ziemlich viele Kleinanzeigen, der Exit-Adventskalender, immer noch ganz viele Sprachnachrichten.

Vorherrschendes Gefühl 2023? Rastlosigkeit.

2023 war mit einem Wort? Voll.